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Aber du hast jetzt nicht das Bedürfnis nur noch Theater zu machen?

Ne ne, das nicht. Das ist angenehm. Gerade wenn du am Theater mit Autoren zusammen arbeitest, ist das einfach geiler Input.

Die Frage war natürlich, ob man in was größeres geht. Dadurch das es ja keine Bandgeschichte ist, sondern ein Duo mit Cello und deshalb mehr einem Solokonzert ähnelt haben wir uns dazu entschieden, das Konzert nicht hochzuverlegen, sondern dann einfach noch ein Zusatzkonzert spielen. Zwei Mal 250 ist doch auch schön.

Ach, schon lang! Clara, die die Cello spielt, ist eine sehr gute Freundin von mir, wir kennen uns schon seit sechs oder sieben Jahren. Als ich frisch nach Hamburg gezogen bin, haben wir schon mal zusammen gespielt. Sie hatte ihren Eltern zu Weihnachten geschenkt, dass wir gemeinsam zwei meiner Lieder spielen. Und bei einem Konzert von mir hat sie auch schon mal zwei Lieder mitgespielt. In Bad Kissingen haben wir dann unser erstes Konzert als Duo gespielt. Wir waren damals als Band gebucht, konnten dann aber nicht spielen und dann sprang Clara ein. Das hat so gut geklappt, dass ich sie dann noch auf Tour mitgenommen hab. Ich hatte einfach Lust mal wieder Solo zu spielen, das hat mal wieder so Sinn gemacht, aber hatte gleichzeitig auch keine Lust auf alleine unterwegs sein.

Bist du eigentlich noch oft in Würzburg?

Ja, schon. Ich bin ja seit einem halben Jahr obdachlos, weil ich so viel unterwegs bin. Da ich dort Familie und eine Homebase hab, bin ich gerade sogar öfter in Würzburg als in Hamburg. Zu erst war ich mit Enno Bunger auf Tour, dann war ich ganz viel auf Reisen und jetzt geh ich wieder auf Tour, deshalb lohnt es sich nicht so wirklich eine Wohnung zu halten.

Also ist Würzburg schon noch deine Heimat?

Also ist es nicht Hamburg geworden?

Ich hab so das Gefühl, du tingelst zwischen Hamburg, Berlin und Würzburg hin und her?

Berlin gar nicht so viel. Vor allem aber Hamburg und Würzburg. Das liegt daran, dass ich in beiden Städten wahnsinnig viele Freunde hab.

Ich hab gehört, dass du das erste mal als du in Berlin warst Angst hattest vor der Stadt?

Als ich das erste Mal hier war, haben mich die ersten zwei, drei Tage total fasziniert dann ist alles auf mich eingebrochen. Das war mir einfach viel zu groß.

Da gab es so zwei Momente. Einmal bin ich mit der Ringbahn um Berlin herum gefahren. Dann hatte ich auf ein mal so eine Grenze. Und das andere mal bin ich nach Potsdam gefahren auf ein Konzert. Dort hab ich mich dann spontan mit einem Mädel unterhalten. Zwei Tage später hab ich sie dann zufällig irgendwo mitten in Kreuzberg auf der Straße gesehen. Wenn so was in Berlin möglich, dann hattest dir ja vor kurzem eine längere Auszeit in Neuseeland gegönnt, auf der anderen Seite hab ich schon das Gefühl, dass du recht viel unterwegs bist. Wie passt das zu deinen Titeln, die sich oft um Entschleunigung drehen? Oder geht es dir eher darum, was du tust?

Gerade auf meiner letzten Platte hatte ich ganz viel mit dieser Entschleunigung, das stimmt schon. Aber es geht auch immer um einen alternativen Lebensweg. Ich hab manchmal so das Gefühl, dass dieses touren ja ein alternativer Weg für mich ist. Das fühlt sich tatsächlich sehr oft nachReisen an hab ich festgestellt.

Also geht es schon eher darum, was man macht?

Ja genau. Wenn man nicht gestresst wird, ist das eigentlich schon sau viel wert. Wenn man sich immer irgendwie durchkämpfen muss,
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dann ist das auf Dauer echt anstrengend. Gerade jetzt im Duo, mit einem Kumpel der Merch verkauft, entspannt im Kombi unterwegs zu sein, das ist einfach super.

Du machst auch viel drumherum selbst, oder?

Ich finde das schon wichtig. Bis zur letzten Platte hab ich ja auch wahnsinnig viel selbst gemacht. Den ganzen Promokram und so. Meine Platten hab ich ja auch zusammen mit dem mairisch Verlag selbst rausgebracht. Ich weiß nicht, vielleicht ist es auch davon übrig geblieben, das ich das gerne auf mich nehme.

du eine Platte rausbringst und es dann so einen Hype gibt, bist du halt genauso schnell wieder weg. Karriere ist ja auch sehr homogen gewachsen.

Total. Ich hab ja mit irgendwelchen Kneipenkonzerten vor zwanzig Leuten angefangen. Von den zwanzig waren dann zehn eigentlich nur zum Bier trinken da. Seit dem ist das alles so ein kleines bisschen mehr geworden. Ich merk jetzt halt auch, dass ganz viele Leute zu Konzerten kommen, die mich schon vom ersten Album kennen. Viele der Leute kenn ich dann auch noch persönlich, weil sie seit Jahren immer wieder zu meinen Konzerten kommen. Von daher: Ist schon schön.

Das ist glaube ich auch ein schönes Gefühl, Abends im Bett zu liegen und zu wissen, dass man das alles ohne die richtig große Hilfe geschafft hat.

Ich hatte schon wahnsinnig viel Hilfe von Freunden. Die einen haben die Cover gemacht, die anderen haben auf Konzerten mitgespielt. Mein Tontechniker, der von Anfang an dabei war oder auch Jürgen, mein erster Produzent. Ohne die Hilfe von anderen hätte ich das schon nicht so geschafft aber ja, ist schon cool.

Und du hast auch den Vorteil, dass du dich zwischen zwei Platten einfach mal abmelden kannst. Leute die einen gewissen Druck haben können das ja gar nicht.

Ich versteh das auch gar nicht, wie die Leute das hinbekommen. Ich könnte das nicht. Wenn du irgendwie mitten im Tourkoller schon wieder den Druck vom Label bekommst, die nächste Platte zu schreiben: Das kann ja gar nicht funktionieren.

Du machst schon den Eindruck, als könntest du dir das alles sehr gut einteilen. Die letzten zwei Tage hast du noch Theater gespielt, ab morgen geht dann auf Tour. Du machst schon auch immer das, worauf du Lust hast.

Ich bin da total dankbar, dass ich so was wie Theater zwischendurch mal machen darf. Ich weiß auch nicht ob den Rest meines Lebens immer Spaceman Spiff da sein wird. Ich weiß, dass ich für immer Musik machen werde aber ja, mal gucken. Die letzte Platte hab ich ja jetzt so langsam abgetourt und dann habe ich nächstes Jahr eben mal wieder ein bisschen Raum.

hab auch so das Gefühl, dass es, gerade nach den letzten dreiAlben, mal wieder Zeit ist für so einen Bruch. hast du noch keine Songs für nächste Album?

Nö, ich bin da nicht so. Ich hab eher so das Gefühl, weiß nicht. Spaceman Spiff hat mich jetzt so meine kompletten Zwanziger begleitet. Das war ja eine Idee, die ich Anfang zwanzig hatte, diese Spaceman Spiff Geschichte. Jetzt mach ich das seit sieben oder acht Jahren, muss mal gucken. Ich hab auch so das Gefühl, dass es, gerade nach den letzten dreiAlben, mal wieder Zeit ist für so einen Bruch. Ich werd mich jetzt nicht sofort wieder hinsetzen und die nächste Spaceman Spiff Platte schreiben. Ich hab einfach das Gefühl, dass ich noch nicht genügend neue Themen dafür hab.
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